
Dreimal Overtime
Kann man machen: Radoslav Tybor war eben erst zu Vitkovice gewechselt - und schoss sein Team im ersten Spiel in der Verlängerung eine Runde weiter. · Vitkovice Ostrava via Getty Images / Champions Hockey League
Die engen Hinspielergebnisse hatten es schon angedeutet - und es sollte sehr spannend werden in den Achtelfinalrückspielen der Champions Hockey League 2016/17. Drei Spiele wurden sogar erst in der Verlängerung entschieden - und alle finnischen Mannschaften schieden aus. Alle Spielberichtsvideos sind auf www.championshockeyleague.net einzusehen.
Vitkovice Ostrava - Bili Tygric Liberec 3:1 n.V. (Gesamt: 3:2)
Mit einem Tor Rückstand empfing Vitkovice den tschechischen Konkurrenten Liberec - und glich den Rückstand schnell aus. Roman Szturc traf in der 6. Minute zum 1:0. Es entspann sich eine unterhaltsame Partie, in der das favorisierte Liberec deutlich häufiger schoss - doch immer wieder rettete Torwart Daniel Dolejs die Gastgeber. Nach Szturc' zweitem Streich in der 45. Minute war Vitkovice dem Gesamtsieg nahe, ehe Michal Bulir 93 Sekunden vor Ende doch noch ausglich. Ausgerechnet Radoslav Tybor, der sein Debüt für Vitkovice gab, brachte seine Farben in der Verlängerung per Tempogegenstoß zum Sieg (62.). Vitkovice steht damit als erstes tschechisches Team in einem CHL-Viertelfinale.
IFK Helsinki - Linköping HC 0:1 (Gesamt: 1:2)
Ein Tor reichte den Gästen aus Schweden zum Einzug in die nächste Runde. Der frühere Münchner Garrett Roe verwertete einen Rebound nach einem Gewimmel vor dem Tor - er hatte bei seinem Schuss von rechts freie Schussbahn aufs offene Netz (14.). Helsinki war danach um den Ausgleich bemüht, fand jedoch keinen Weg vorbei an Gästeschlussmann Marcus Höberg.
Frölunda Göteborg - Eisbären Berlin 4:1 (Gesamt: 10:1)
In der einzigen klaren Ansetzung schied der letzte verbliebene deutsche Vertreter gegen den klar besseren Titelverteidiger aus. Auch im Rückspiel waren die Berliner chancenlos. Carl Grundström traf bereits nach 89 Sekunden zur Führung und erhöhte in der 11. Minute auf 2:0. Nach Bruno Gervais Ergebniskosmetik (51.) war der schwedische U20-Nationalspieler erneut an einem Treffer beteiligt: Grundström auf Mats Rosseli-Olsen - 3:1. Victor Olofsson erhöhte in der Schlussminute noch auf 4:1.
Växjö Lakers - SaiPa Lappeenranta 4:2 n.V. (Gesamt: 6:5)
Die Finnen sahen lange wie der Sieger aus. Tomi Leivo traf in der 8. Minute zum 1:0 für die Gäste. Im zweiten Abschnitt glich Växjö aber durch Robert Rosen erst die Partie (21.) aus, Olli Palola (28.) dann die Serie. Doch Leivo hatte die richtige Antwort parat (32.). Erst vier Minuten vor Ende kamen die Schweden durch Calle Rosen zum Ausgleich (57.). In der 70. Minute schoss Erik Josefsson das alles entscheidende Tor per Gegenstoß. Die Schweden belohnten sich damit für eine sehr angriffsfreudige Partie.
Fribourg-Gottéron - KalPa Kuopio 3:2 n.V. (Gesamt: 4:3)
Yannick Rathgeb heißt der Held der Gastgeber: Der Stürmer traf in der Verlängerung zum Sieg der Gastgeber (62.). In einem intensivem Spiel gingen die Gäste durch Matias Myttynen in Front (8.), doch Fribourg-Gottéron hatte an jenem Abend die passenden Antworten. Greg Mauldin traf umgehend zum Ausgleich (9.). Im zweiten Abschnitt überstanden die Schweizer eine doppelte Unterzahl und schlugen direkt danach durch Michal Birner zu (25.). Tommi Jokinen von der schussfreudigeren finnischen Seite sorgte aber mit dem 2:2 dafür (35.), dass die Fans eine Verlängerung zu sehen bekamen. Die Welschen, wie die französischsprachigen Schweizer auch genannt werden, stimmten daraufhin das althergebrachte Hirtenlied "Lioba" an.
HV71 Jönköping - Sparta Prag 0:5 (Gesamt: 4:7)
Das größte Comeback der Runde landete Sparta Prag. Der ERC-Saisoneröffnungsgegner setzte durch den überragenden Lukas Pech 31 Sekunden vor der ersten Pause den ersten Wirkungstreffer, nach schöner Vorbereitung. Juraj Mikus erhöhte in der 28. Minute auf 2:0, ehe es zur Treffer-Kombination kam: Pech stellte mit seiner dritten Torbeteiligung an jenem Abend auf 3:0 (31.), 29 Sekunden später traf Lukas Cingel zum 4:0. Nach der folgenden Auszeit beruhigte sich HV71, aber fand nicht mehr zurück. Andrej Kudrna machte in der 59. Minute dann alles klar.
JYP Jyväskylä - SC Bern 3:3 (Gesamt: 5:6)
Ein Sieg im Hinspiel und nun stand es nach 42 Minuten 2:0 für Bern - was sollte da noch schief gehen? Beinahe alles. Gian-Andrea Randegger brachte die Gäste in Front (4.), CHL-MVP Ryan Lasch das 2:0 nachgelegt (42.). Doch dann wurden Erinnerungen ans Hinspiel wach, als ein Team (damals Bern) einen Zwei-Tore-Rückstand noch drehte. JYP glich durch Kapitän Juha-Pekka Hytonen (46.) und Mikko Salmio per sattem Schuss (49.) aus. Die Wende blieb diesmal aber aus, weil Mikko Kuukka seiner Mannschaft durch eine kleine Strafe den Schwung nahm und Goalie Pekka Tuokkola sich in der 56. Minute einen großen Bock erlaubte: Er schoss, statt zu klären, die Scheibe ans eigene Gestänge. Andrew Ebbett nutzte dies eiskalt zum 2:3 aus. JYP probierte noch einmal alles und kam 22 Sekunden vor Ende durch Antti Suomela zum Ausgleich. Am Ende fehlte ein Tor.
Heute Abend, 19.45 Uhr, treffen die ZSC Lions auf den HC Lugano. Lugano gewann das Hinspiel mit 3:2.
Die Viertelfinals (6.12. und 13.12.)
Vitkovice - Fribourg-Gottéron
Frölunda - Jönköping
ZSC/Lugano - Växjö
Prag - Bern
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